Error Fare. Was bedeutet das eigentlich?
Sie möchten günstig fliegen und wissen, wo und wie Sie das billigste Ticket erwischen? Dann sollten Sie sich den Ausdruck Error Fare (auch Preisfehler) merken. Wie entsteht er, wie verhält man sich beim Kauf und wo sucht man?
Ein Error Fare ist ein falsch eingestelltes Ticket, das zu einem sehr niedrigen Preis verkauft wird. Wie entsteht so ein Error Fare? Es gibt mehrere Möglichkeiten:
Fluggesellschaften: Entsteht der Fehler bei der Airline, gelangen diese falsch bepreisten Tickets ins globale Distributionssystem und von dort zu den Ticketverkäufern. So hat z. B. Alitalia einmal Tickets von Budapest nach Seoul und zurück nach München für 4.759 CZK ins System geladen.
Fehler beim Hochladen: Der Fehler passiert beim Einspielen des Tarifs und landet ebenfalls bei den Verkäufern.
Beim Verkäufer selbst: Der Fehler entsteht beim Händler. Kürzlich hat etwa eDreams Tickets von Wien nach Mumbai für 4.270 CZK verkauft. Die Tickets wurden problemlos geflogen.
Wie entstehen solche Fehler?
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Tippfehler. Eine Dezimalstelle oder eine Null verrutscht – und der Error Fare ist da.
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Fehler bei der Währungsumrechnung. Flugpreise müssen oft in andere Währungen umgerechnet werden; dabei können Fehler passieren.
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Systemfehler bei der Tarifkalkulation. Ein Ticketpreis besteht aus mehreren Komponenten (Kerosinzuschlag, Flughafengebühren usw.). Mitunter fällt der Kerosinzuschlag heraus, der häufig einen wesentlichen Teil des Preises ausmacht.
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Absichtlicher „Fehler“. Warum? Das hilft dem Marketing, der Indexierung in Suchmaschinen usw.
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Aktionen mit Promo-Codes, die sich leicht ausnutzen lassen.
Was tun, wenn Sie einen Error Fare entdecken?
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Bei einem wirklich großen Fehler – z. B. New York für 1.500 CZK oder Dubai mit Emirates für 700 CZK – sofort ohne Zögern kaufen. Das Angebot kann nur 10–20 Minuten leben. Auch sonst bleibt wenig Zeit: oft nur einige Dutzend Minuten bis wenige Stunden. Rechnen Sie nicht damit, dass der Fehler am nächsten Tag noch verfügbar ist.
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Immer mit Karte bezahlen. Überweisung oder Barzahlung in der Filiale vergessen (viele wollten die Kartengebühr sparen und gingen leer aus). Bei Kartenzahlung wird der Betrag schnell autorisiert, und das Ticket kann kurz darauf ausgestellt werden.
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Niemals bei Airline oder Händler anrufen. Sie möchten nicht auf den Fehler aufmerksam machen.
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Warten Sie auf die E-Mail der Airline oder des Händlers. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten Sie nach wenigen Minuten die E-Tickets (E-Mail mit Ticketnummern, Reiseplan und PNR-Code zur Verwaltung). Achtung: Die Airline kann die Tickets trotzdem stornieren – auch nachdem E-Tickets verschickt wurden oder der Betrag abgebucht ist und 5–6 Tage vergangen sind. Man kann zwar argumentieren, ein Vertrag sei zustande gekommen, aber die Erfolgsaussichten sind gering. Betrachten Sie es sportlich: Mal klappt’s, mal nicht.
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Nach Erhalt der E-Tickets heißt es abwarten. Sie können z. B. ein Hotel buchen, aber nur mit kostenloser Stornierung! Wie lange warten? Schwer zu sagen, wir empfehlen 7 bis 14 Tage.
Und wenn die Tickets storniert werden?
Befand sich das Geld nur in der Autorisierung, wird die Reservierung meist aufgehoben und das Geld wieder freigegeben. Wurde der Betrag abgebucht, sollten Airline oder Händler Sie kontaktieren und die Rückerstattung ankündigen. Wenn nicht, nehmen Sie Kontakt auf. Bleibt eine Reaktion aus oder wird nur vertröstet, leiten Sie konsequent eine Kartenreklamation/Chargeback über Ihre Bank ein.
Flugtickets und alles drumherum sind fast eine Wissenschaft. Lassen Sie sich nicht vom „Hype“ mancher Billig-Ticket-Seiten mitreißen – prüfen Sie alles genau. Lohnt sich der Tarif wirklich, wenn Abflug und Rückkehr in verschiedenen Städten liegen und zusätzliche Transfers anfallen? Und wie steht es um die Anzahl der Umstiege, die den Urlaub verkürzen – oder um einen Tag verlängern – kann?
