Das Beste aus Tschechien: Haben Sie diese schönen Orte schon besucht?
Die Tschechische Republik besteht nicht nur aus Prag und Český Krumlov. Ganz gleich, ob Sie sich von Baudenkmälern, wunderschönen Gärten oder geheimnisvollen Orten angezogen fühlen, die Auswahl ist groß. Heute haben wir Tipps für Sie zu 6 Orten, die Sie auf Ihrer Reise durch die böhmischen Länder nicht verpassen sollten!
Kulturlandschaft Lednice–Valtice
Rund um ihren Hauptsitz im südmährischen Valtice schufen die Liechtensteiner im 18. und 19. Jahrhundert den umfangreichsten komponierten Landschaftsraum Europas. Auf einer Fläche von 283 km² finden Sie zwei Schlösser (neben Valtice auch Lednice als einstigen Sommersitz), einen Naturpark, Teiche, ein Jagdrevier mit Auenwald sowie zahlreiche kleinere Bauwerke. Zu besichtigen sind u. a. der Apollotempel, der Belvedere, das Empire-Schlösschen Pohansko, die Kolonnade auf dem Reisten, das Jagdschlösschen Rendez-vous, die neugotische Waldkapelle des hl. Hubertus, das Aquädukt oder die „Drei Grazien“, eine gedeckte Kolonnade mit einer Skulptur der drei griechischen Göttinnen. Unbedingt lohnend sind auch der Minarett-Turm am Teich im Park von Lednice und die als Ruine „inszenierte“ Burg Janohrad, verborgen in den Auenwäldern bei Podivín. Die Kulturlandschaft Lednice–Valtice gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe – und sie liegt mitten in einer Weinregion, also noch ein Grund mehr für einen Besuch!
Zachariáš-von-Hradec-Platz in Telč
„Märchenstadt“ – so nennt man Telč nicht ohne Grund. Das historische Zentrum sieht auch nach Jahrhunderten noch so aus wie zur Zeit von Zachariáš von Hradec. Im 16. Jahrhundert ließ er die alte gotische Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen; italienische Handwerker kleideten die Bürgerhäuser am Platz in Renaissance-Fassaden. Die historischen Häuser mit bunten Fronten und romantischen Arkaden – ergänzt um Mariensäule, Brunnen und Statuen – ziehen jedes Jahr Tausende Besucher an. Abseits des Platzes bewundert man das Schloss mit seinem Renaissancegarten und -park sowie Reste der gotischen Befestigung mit Toren, die zusammen mit den Teichen Štěpnický und Ulický die Stadt schützten. Auch der Zachariáš-von-Hradec-Platz steht auf der UNESCO-Liste.
Heiliger Berg (Svatý Kopeček) bei Olmütz
Am nordöstlichen Rand von Olmütz erhebt sich dieser beliebte Ausflugsberg. Hier gibt es einen Zoo und vor allem die Basilika Maria Heimsuchung. Dieses barocke Juwel steht an einem traditionellen Wallfahrtsort: Schon im 17. Jahrhundert, als Jan Andrýsek im Wald eine kleine Marienkapelle errichten ließ, galt der Ort als Stätte erhörter Gebete. Die Kapelle wich nach und nach einer Kirche, zu der im Lauf der Jahre weitere Gebäude kamen. 1995 besuchte Papst Johannes Paul II. den Heiligen Berg und erhob die Kirche zur Basilika minor. Jährliche Wallfahrten, Gottesdienste und Kirchenkonzerte finden hier bis heute statt.
Benediktinerkloster Kladruby
Das ehemalige Benediktinerkloster in Kladruby bei Stříbro feierte vor drei Jahren sein 900-jähriges Bestehen. Die Anlage wird vom Klosterkirche Mariä Himmelfahrt beherrscht, die Anfang des 18. Jahrhunderts vom Architekten Jan Blažej Santini-Aichel in seinem berühmten Barock-Gotik-Stil umgestaltet wurde – sie ist übrigens die drittgrößte Kirche Tschechiens. Santini gilt auch als Entwerfer der drei Meter hohen vergoldeten Marienkrone am Hochaltar. Auf dem Kirchenboden findet sich ein achtzackiger Marienstern; der Legende nach spürt man dort einen Schub positiver Energie. Ein weiterer berühmter Baumeister am Kloster war Kilian Ignaz Dientzenhofer, der das Gebäude des neuen Konvents entwarf.
Kuttenberg (Kutná Hora): St. Barbara, die Kathedrale und das Beinhaus
Die Barbarakirche und die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und des hl. Johannes des Täufers machten Kutná Hora weltberühmt und sicherten der Stadt einen Platz im UNESCO-Welterbe. Wo heute die Barbarakirche über dem Flüsschen Vrchlice thront, stand einst nur eine kleine Kapelle der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Von den Bürgern finanziert, entstand ein gotisches Gotteshaus, dessen Pracht es mit dem Prager Veitsdom aufnehmen konnte. Über Jahrhunderte gebaut, zeigt es Stilelemente mehrerer Epochen. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt – zusammen mit der Friedhofskirche Allerheiligen mit dem berühmten Beinhaus – ist Teil des ehemaligen Zisterzienserklosters in Sedlec; an dessen Umbau im 18. Jahrhundert war ebenfalls Santini beteiligt.
Auch das Beinhaus birgt viele Geschichten: Im 14. und 15. Jahrhundert wurden in Sedlec Zehntausende Opfer von Pestepidemien und Hussitenkriegen bestattet. Als der Friedhof Ende des 15. Jahrhunderts aufgelassen wurde, legte man die exhumierten Knochen in der Unterkapelle ab, wo – der Legende nach – ein halbblinder Mönch sie zu großen Pyramiden schichtete. Jahr für Jahr kommen Zehntausende Besucher, um das Ergebnis zu bestaunen.
Blumengarten in Kremsier (Kroměříž)
Wohl der bekannteste Garten Tschechiens liegt beim Erzbischöflichen Schloss in Kroměříž; Schloss, Schlosspark (Podzámecká zahrada) und Blumengarten (auch Libosad) bilden zusammen ein weiteres UNESCO-Welterbe. Der Garten wurde 1665 angelegt, inspiriert von Renaissancegärten in Frankreich, Italien und Deutschland. Stilistisch markiert er den Übergang von spät-renaissancezeitlichen italienischen und deutschen Anlagen zu barock-klassizistischen französischen Gärten nach dem Vorbild von Versailles. Neben Blumenornamenten und streng geschnittenem Grün finden sich Wasseranlagen, Skulpturen und ein Labyrinth. Sehenswert sind die achteckige Rotunde mit Interieurs aus der antiken Mythologie sowie die 244 Meter lange Kolonnade.
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